Als progressive Pragmatiker wissen wir: Eine lebendige Demokratie gedeiht nur dort, wo Informationen frei fließen und kritische Stimmen gehört werden dürfen. Doch in jüngster Zeit beobachten wir mit Sorge, wie die Säulen dieser Freiheit ins Wanken geraten. Journalistinnen und Journalisten, die unermüdlich für Aufklärung und Transparenz arbeiten, sehen sich zunehmend Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Insbesondere rechtsextreme Bewegungen und Populisten in Europa haben die Medien zu einem ihrer Hauptfeindbilder erklärt. Seit den Zeiten von Pegida und verstärkt durch die emotional aufgeladenen Debatten um die COVID-19-Pandemie hat sich die Lage für Medienschaffende drastisch verschärft. Die Zahlen der gemeldeten Übergriffe und Drohungen sprechen eine klare Sprache und zeigen, dass der Mut, die Welt zu erklären, einen hohen Preis fordern kann.
Ein starkes Fundament: Unsere gemeinsame Verantwortung für die Vierte Gewalt
Diese Entwicklung ist alarmierend, doch sie ruft uns auch dazu auf, aktiv zu werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass jene, die uns informieren, eingeschüchtert werden. Während legislative Schritte, wie das 2020 verabschiedete deutsche Gesetz zur besseren Bekämpfung von Hasskriminalität, einen wichtigen Anfang darstellen, indem sie Journalisten ermöglichen, ihre Daten besser zu schützen, wissen wir, dass dies nicht ausreicht. Der Schutz der Pressefreiheit ist eine globale Aufgabe, verankert in fundamentalen Menschenrechten und internationalen Abkommen, von der Europäischen Menschenrechtskonvention bis zur UN-Nachhaltigkeitsagenda. Es geht nicht nur darum, Angriffe zu verhindern, sondern auch ein Klima zu schaffen, in dem vielfältige Meinungen gedeihen können. Es ist an uns allen – als mündige Bürger und als Teil einer verantwortungsbewussten Gesellschaft –, die Wichtigkeit einer freien und unabhängigen Presse zu erkennen, sie zu verteidigen und jene zu unterstützen, die für unsere gemeinsame Wahrheit eintreten. Denn nur mit ihnen können wir die Herausforderungen unserer Zeit verstehen und meistern.




