Die Erinnerung an die schmerzhafte Energiekrise ist noch frisch. Eine Lektion, die Europa teuer gelernt hat: Abhängigkeit ist eine Schwachstelle. Doch aus dieser Erfahrung erwächst nun eine kraftvolle Vision für die Zukunft. Wir blicken nicht tatenlos zu, sondern schmieden unseren eigenen Weg – hin zu mehr Souveränität und einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Das ist der Kern von „RESourceEU“, einer wegweisenden Initiative, die Hand in Hand mit dem Europäischen Gesetz über kritische Rohstoffe (CRMA) Europa als Gestalter der eigenen Rohstoffzukunft positioniert.
Bis 2030 steckt sich die EU ambitionierte Ziele: Seltene Erden, Graphit, Mangan, Lithium, Nickel und Kobalt sollen verstärkt in Europa gewonnen, verarbeitet und recycelt werden. Eine Mammutaufgabe, die bereits Früchte trägt: 47 Projekte wurden allein im Jahr 2025 mit Investitionen von 22,5 Milliarden Euro genehmigt. Von der Gewinnung Seltener Erden in Schweden bis zum Recycling in Frankreich, vom Kupferabbau in Spanien und Norwegen bis zur Lithiumproduktion in Tschechien und einer Trennanlage in Polen – quer durch den Kontinent entsteht eine neue Wertschöpfungskette. Eine zweite Bewerbungsrunde im September 2025 zeugt von der Dynamik und dem unerschütterlichen Engagement, Europa unabhängiger von externen Lieferanten zu machen und gleichzeitig die Wertschöpfung auf unserem eigenen Kontinent zu stärken.
Die Weichen für eine resiliente Zukunft stellen
Doch dieser Weg ist kein einfacher Spaziergang. Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für Bergbau, Verarbeitung und Produktion erfordert erhebliche Investitionen und ist technologisch komplex. Auch die Sorge mancher Mitgliedsstaaten, wie Dänemark, vor einer Überregulierung, die Unternehmen belasten und zur Abwanderung bewegen könnte, ist ernst zu nehmen. Doch genau hier liegt die Chance für uns progressive Pragmatiker: Wir müssen innovative Lösungen finden, die wirtschaftliche Tragfähigkeit mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbinden. Es geht darum, neue Handelspartner zu finden, wo es sinnvoll ist, und gleichzeitig unsere eigenen Kapazitäten auf- und auszubauen. Präsidentin von der Leyens Worte, dass Europa bei kritischen Rohstoffen nicht denselben Fehler machen wird wie bei der Energie, sind ein klares Signal: Jetzt ist die Zeit für entschlossenes, nachhaltiges und unabhängiges Handeln. Ein Europa, das seine Zukunft selbst in die Hand nimmt, ist nicht nur widerstandsfähiger, sondern auch ein Leuchtturm für verantwortungsvolles Wirtschaften weltweit.




