Die Europäische Union verspricht Wohlstand und Sicherheit, gestützt auf das erhabene Prinzip der „Einheit in Vielfalt“ und die unumstößliche Garantie grundlegender Freiheiten und demokratischer Teilhabe. Werte, die die überwiegende Mehrheit ihrer Bürgerinnen und Bürger teilen. Doch in diesen Zeiten sehen wir uns einer beunruhigenden Realität gegenüber: Demokratien geraten unter Druck, populistische Stimmen schüren Ängste und verbreiten die Erzählung, Migration führe zu einem Verlust unserer Identität. Zweifelsohne wirft Migration stets die Frage nach Identität und Zugehörigkeit auf. Doch wie können wir Integration und Partizipation so gestalten, dass trotz vielfältiger Identitäten ein tiefer Zusammenhalt entsteht?
Das We-ID-Projekt: Ein Kompass für Vielfalt und Zusammenhalt
Hier setzt das visionäre Projekt „Identitäten – Migration – Demokratie“ (We-ID) an. Es widmet sich der dynamischen Transformation individueller und kollektiver Identitäten, dem sozialen und territorialen Zusammenhalt sowie der Stärkung unserer demokratischen Gemeinschaften unter den Bedingungen demografischen Wandels und wachsender Bevölkerungsvielfalt. We-ID geht dabei einen innovativen Forschungspfad, indem es sowohl die Auswirkungen der Migration auf aufnehmende Gemeinschaften als auch die Identitätsveränderungen von Migranten und ihren Nachkommen analysiert. Gleichzeitig beleuchtet es das komplexe Zusammenspiel von Identitäten, Zusammenhalt, Resilienz und Demokratie.
Mit einem konsequent transdisziplinären Ansatz schafft das We-ID-Projekt eine einzigartige Plattform des wechselseitigen Lernens. Im sogenannten We-PARL (Policy, Advocacy and Research Lab) kommen unterschiedlichste Akteurinnen und Akteure – von der europäischen bis zur lokalen Ebene – zusammen, um gemeinsam evidenzbasierte und gründlich diskutierte Politikempfehlungen zu erarbeiten. Doch We-ID bleibt nicht bei der Theorie stehen. Basierend auf ihren Erkenntnissen werden praktische Materialien wie „Toolboxes“ entwickelt, die von Praktikerinnen und lokalen Akteurinnen (den sogenannten We-SCOUTS) direkt eingesetzt werden können. So werden Brücken gebaut, Wissen geteilt und konkrete Werkzeuge für eine inklusive und resiliente Zukunft unserer Gesellschaften an die Hand gegeben. Indem wir die Chancen der Vielfalt begreifen und aktiv gestalten, können wir unsere Demokratien nicht nur bewahren, sondern sie in ihrer Essenz stärken.




