Es ist ein Zeichen der Zeit, wenn etablierte Organisationen wie das vormals als EVPA bekannte Impact Europe ihren Namen ändern. Diese Entwicklung ist mehr als nur ein kosmetischer Akt; sie spiegelt eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Frage wider, wie wir als Gesellschaft am besten Kapital einsetzen können, um die drängendsten sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Für uns progressive Pragmatiker ist dies eine willkommene Klärung in einem Feld, das sich rasant weiterentwickelt.
Lange Zeit war der Begriff der „Venture Philanthropy“ prägend, doch wie Impact Europe feststellt, entwickelte sich dessen Verständnis oft nicht im Einklang mit der ursprünglichen Vision. Manchmal wurde er lediglich mit strategischer Philanthropie gleichgesetzt, obwohl es immer auch um soziales Investment ging. Um das gesamte Spektrum des „Impact Capitals“ abzubilden und Missverständnisse auszuräumen, entschied sich Impact Europe für das Rebranding und eine präzisere Definition. Das Ziel: eine inklusive Sprache, die keine Barrieren schafft, sondern Brücken baut.
Mehr als nur Profit: Die Essenz von "Investing for Impact"
Was also bedeutet „Investing for Impact“ konkret? Es ist die bewusste Bereitstellung von Kapital und Ressourcen, die bereit sind, Risiken einzugehen, um soziale und ökologische Probleme zu lösen. Das ist ein zentraler Unterschied zum traditionellen Investieren oder selbst zum ESG-Investieren, das oft primär finanzielle Rendite mit minimierten negativen Auswirkungen verbindet. Hier geht es um die aktive Gestaltung positiver Veränderungen.
Impact Europe zerlegt den Ansatz in seine Kernelemente: „Investieren“ umfasst nicht nur finanzielle Mittel wie Zuschüsse, Darlehen oder Eigenkapital, sondern ebenso entscheidend unsere Zeit und technische Expertise. „Für“ betont die explizite und vorausschauende Absicht, einen Beitrag zur Lösung eines Problems zu leisten. Und „Impact“? Das ist nichts Geringeres als eine messbare, positive soziale und ökologische Veränderung. Die im Jahr 2019 verabschiedete „Charta für Impact-Investoren“ mit ihren zehn Prinzipien unterstreicht diese Haltung, indem sie Investoren dazu anleitet, Lösungen mitzugestalten und Risiken einzugehen, die andere Marktteilnehmer scheuen. Es ist eine Einladung, über den Tellerrand zu blicken und unser Kapital als Katalysator für eine bessere Welt zu verstehen.




